Verbindungstechnik unter dem Einfluss von Industrie 4.0

„Visionen bleiben nicht in der Schublade“

  • Hubert Jahnke, Produkt Manager bei IcotekHubert Jahnke, Produkt Manager bei Icotek

Hubert Jahnke, Produkt Manager bei Icotek, erklärt im Interview, auf welche Aspekte der Anwender beim Kabelmanagement achten muss und inwieweit Verbindungstechnik von Industrie 4.0 beeinflusst wird. 
                                                                                                              

Auf Ihrer Homepage steht, Icotek entwickelt innovative Systeme im Bereich Kabelmanagement. Was genau macht das Unternehmen denn so innovativ?
Hubert Jahnke:
Zum einen reagiert Icotek schnell auf Marktbedürfnisse und realisiert entsprechend Lösungen. Zum anderen bleiben Visionen bei Icotek nicht in der Schublade liegen. Ideen werden analysiert und falls produktfähig, zügig umgesetzt. Das Ergebnis ist ein breites Produktportfolio. 

Welche Produkte und Services rund um das Thema Kabeldurchführung & -management bieten Sie an?
Wir bieten Kabeldurchführungssysteme für vorkonfektionierte Leitungen mit Stecker, bei einem Durchmesser von bis zu 65 mm, an. Unsere Systeme arbeiten überwiegend mit Pressdruck und zeichnen sich durch ihre einfache Bestückung und Montage aus. Von sehr kompakten bis hin zu modularen Systemen wird der Kunde bei uns fündig. Eine zweite Gruppe bilden Kabeldurchführungssysteme für nicht konfektionierte Leitungen bis 115 mm Durchmesser. Unsere Produkte sind in den verschiedensten Branchen im Einsatz: von Werkzeugmaschinen, Schienenverkehrstechnik, Fahrzeugbau, Windkraftanlagen, Solartechnik, Lebensmitteltechnik, Verpackungsmaschinen bis hin zu Automatisierungstechnik und Robotik.

Unterscheiden sich Ihre Produkte für den Maschinen- und Anlagenbau von denen für die Bahntechnik oder den Fahrzeugbau? 
Kabeleinführungssysteme für den Bereich Schienenverkehrstechnik unterscheiden sich primär durch höhere Werkstoffanforderungen.

Wesentlich ist hier die europäische Bahn-Norm EN 45545-2, auf deren Basis Icoteck die höchste Anforderung HL3 erfüllt. In bestimmten Bereichen der Schienenverkehrstechnik ist Brandschutz nach EN 45545-3 maßgebend. Eine Vielzahl unserer Produkte erfüllt diese Norm mit hervorragenden Werten. Die niedrigste Ausführung ist „E“ = Raumabschluss. Das heißt, es gibt keinen Flammendurchgang von der flammenzugewandten Seite auf die flammenabgewandte Seite und ebenso kein Aufgehen von Spalten. Eine Vielzahl unserer Produkte erfüllt sogar die E45, das heißt es wurde über eine Dauer von 45 Minuten nachgewiesen und zertifiziert.
Die höchste Stufe ist „EI“ = Raumabschluss- und Wärme-Dämmanforderungen. Anforderungen wie beim Prüfkriterium „E“ und zusätzlich werden die Temperaturen auf der flammenabgewandten des Probeköpers registriert. Diese Prüfung wurde mit E30 erfolgreich bestanden.

Auf welche drei Aspekte sollte der Anwender Ihrer Meinung nach beim Kabelmanagement achten?
Einfache Montage, die Einhaltung geforderter Normen und Schutzarten und der Nachweis dessen durch Prüfzertifikate. Sind Zertifizierungen nicht gegeben, wird die Abnahme beim Endkunden problematisch. Dies gilt insbesondere bei Exporten in die USA. Dort muss die UL-Listung aber auch die Schutzartprüfung nach Nema bzw. Type Rating häufig nachgewiesen werden. Icotek hat eine Vielzahl an Produkten nach Type Rating prüfen und entsprechend zertifizieren lassen.
 
Ihre Produkte sind auch bei Amazon erhältlich. Welche Bedeutung hat denn für icotek der Online-Vertriebsweg und wie wichtig sind Ihrer Meinung nach der persönliche Kontakt respektive die Beratung beim Kunden vor Ort?

Dies ist für uns ein weiterer Vertriebskanal, mit dem wir unbürokratisch unsere Produkte anbieten. Zudem verfügen die meisten Interessenten bereits über ein Konto bei Amazon. Dennoch sind der persönliche Kontakt als auch die Beratung vor Ort für uns extrem wichtig. Durch den persönlichen Kontakt vor Ort lassen sich Anforderungen einfacher erläutern und Produkte live vorstellen. Unser Anspruch ist es, dem Interessenten/Kunden mit unserer Beratung ein sicheres Gefühl zu geben, sollte er sich für ein Icotek-Produkt entscheiden.   

Inwieweit wurde/wird Icotek von der Industrie-4.0-Welle erfasst?
Der Begriff Industrie 4.0 ist eigentlich nicht korrekt. Er soll die vierte industrielle Revolution einläuten, aber haben wir nicht seit der Erfindung der Dampfmaschine eine stetige industrielle Revolution? Jedes Unternehmen, das künftig bestehen will, muss sich stetig weiter entwickeln, Produktionsabläufe optimieren, was eine Vernetzung automatisch mit sich zieht. Industrie 4.0 ist eine reine Deutsche Wortschöpfung. Viele Länder haben ähnliche Initiativen ins Leben gerufen, wie die USA z.B. mit IIC (Industrial Internet Consortium).

Wie schaut es mit der Gestaltung Ihrer Produkte nach Kundenwunsch aus und ab welcher Losgröße fertigen Sie?
Kundenspezifische Produkte entwickelt und produziert Icotek da, wo Standardprodukte die Anforderungen unseres Kunden nicht erfüllen können. Die Gründe können vielfältiger Art sein. Besondere Abmessungen des Endprodukts sind sicher einer der häufigsten Gründe. Pauschal lässt sich keine Losgröße bestimmen, ab der wir ein kundenspezifisches Produkt entwickeln und produzieren. Manchmal sind die Anforderungen jedoch derart interessant, dass wir uns konkrete Gedanken machen ein Serienprodukt zu entwickeln. Das ist in der Geschichte von Icotek schon sehr oft geschehen. Wichtig ist, dass die Mannschaft, die diese Entscheidung trifft, mit Herzblut und Überzeugung dahinter steht. Abschließend stellt sich die Frage, ob für ein solches Produkt ein Markt besteht und, falls nicht, sich hierfür ein solcher kreieren lässt. Letzteres durften wir bereits erleben.                                                              

Kontaktieren

Icotek
Bischof-von-Lipp-Straße 1
73560 Eschach
Deutschland
Telefon: 07175 92380
Telefax: 07175 9238050

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