Über die Zukunft des Verbrennungsmotors

Kommentar von Andreas Grösslein, Online-Redakteur der messtec drives Automation

Technologie bringt wenig, wenn man sie nicht nutzen kann. Denn viele Technologien waren schon weit vor Ihrer Zeit erfunden, konnten aber einfach nicht eingesetzt werden, weil ein entscheidender Faktor nicht lösbar war. So beispielsweise bei der Dampfmaschine von Heron von Alexandria, der das Prinzip der Dampfkraft schon im ersten Jahrhundert niederschrieb. Auch einen ersten Dampfball, der die Möglichkeiten der Dampftechnik demonstrierte, soll er gebaut haben. Doch mehr als eine Spielerei war es nicht, denn es gab keine Möglichkeit, Metall so zu bearbeiten, dass es dem Druck soweit standhielt, um daraus eine leistungsfähige Maschine bauen zu können. Erst im 18. Jahrhundert war dies möglich. Als beides zur Verfügung stand, setzte der Siegeszug der Dampfmaschine ein und sorgte für die erste industrielle Revolution.

In der Geschichte gibt es viele solcher Beispiele, eines davon erleben wir gerade: das Elektroauto. Die Technik ist vorhanden, der E-Motor leistungsfähig – aber ein entscheidendes Bauteil fehlt: Die mobile Stromversorgung ist unzureichend. Es gibt einfach noch keine Möglichkeit, ein E-Auto so auszurüsten, dass man damit bis zu 1.000 Kilometer am Stück fahren kann, ohne eine Ladestation aufzusuchen zu müssen. So, wie man es mit einem Diesel mit 50-Liter-Tank problemlos kann. Reichweiten bis 200 bis 300 Kilometer sind im Moment das Beste, was mit aktuellen E-Mobilen erreicht wird – und das auch nur, wenn man auf Stromfresser im Auto wie Radio, Klimaanlage oder Sitzheizung verzichtet und nicht allzu sportlich fährt. Ich als Berufspendler, der weite Strecken zurücklegt, würde mit keinem der erschwinglichen E-Autos auf die Arbeit fahren können. Die Reichweite wäre zu gering. Aufgrund der geringen Nachfrage nach elektrischen Autos scheine ich auch nicht der Einzige zu sein, der dieses Problem hat. Insofern sehe ich die Zukunft der Verbrennungsmotoren noch nicht so schnell beendet, wie es die Politiker gern hätten.

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