Automation Builder als Lösungstategie

ABB: Neue Platform verschafft Produktivitätsvorteile im integrierten Engineering

Vom reinen Produktverkäufer hin zum Lösungsanbieter. Diese Strategie setzt ABB mit ihrem Automation Builder um - eine Plattform für das integrierte Engineering von Automatisierungslösungen. Was sich konkret hinter dem Produkt verbirgt, erklärt Christopher Hausmanns, Produkt-Marketing-Manager für den Automation Builder.

Was kann man sich unter dem Automation Builder vorstellen?

Christopher Hausmanns: Im Automation Builder fasst ABB die Tools für Konfiguration, Programmierung und Inbetriebnahme von SPSen, Antrieben, HMI-Komponenten und Robotern zusammen. Damit erreichen wir im Engineering Produktivitätsvorteile bis zu 30 Prozent.

Welche Vision verfolgen Sie mit dem Automation Builder: den Weg vom Produkt zur Lösung?

Christopher Hausmanns: Ja. Der Automation Builder bildet die software-technische Grundlage, damit wir für und mit unseren Kunden Lösungen erarbeiten können. Er stellt eine wichtige Säule in der ABB-Strategie dar, Produkte als Komponenten für Applikationen einzusetzen, die unseren Kunden über den gesamten Lebenszyklus eine optimale Wertschöpfung bieten.

Was ist der große Vorteil für den Anwender?

Christopher Hausmanns: Die Produktivität: Mit dem Automation Builder ist es möglich, sämtliche Engineering-Daten in einer Datenbank zusammenzufassen und ein geschlossenes Backup zu produzieren. Ein weiterer Vorteil ist der einfache Austausch der Daten zwischen den verschiedenen Applikationen. Dadurch maximieren wir die Datenkonsistenz, verkürzen Inbetriebnahme-Zeiten und machen Projekte besser kalkulierbar.

Inwiefern steigt mit dem Automation Builder auch die Flexibilität für den Anwender?

Christopher Hausmanns: Durch die Datenintegration lassen sich Änderungen innerhalb eines Projektes konsistent umsetzen. Nahm man bisher einen Antrieb in Betrieb, so mussten dessen Konfigurationsdaten beispielsweise an den Steuerungs-Programmierer weitergegeben werden - durch ein Gespräch oder eine Liste.

Dieser musste die neuen Daten manuell einpflegen. Mögliche Divergenzen zwischen den Daten auf der Antriebsseite und den Daten auf der SPS-Seite traten dabei nicht unbedingt sofort zutage. Da wir aber jetzt über eine konsistente Datenhaltung zwischen den beiden Bereichen verfügen, werden Änderungen schnell sichtbar und automatisch gemanagt. Das heißt, bei der Durchführung von Änderungen ist man jetzt flexibler.

Den Automation Builder gibt es nun seit einem Jahr. Wie ist das Feedback Ihrer Kunden?

Christopher Hausmanns: Überall dort, wo es darum geht, mehrere ABB-Produkte zu einer Lösung zu integrieren, zeigt der Automation Builder seine Vorteile und wird von unseren Kunden - vorwiegend Systemintegratoren und Maschinenbauer - erfolgreich eingesetzt. Diese sehen den wesentlichen Nutzen in der Zeitersparnis und der erhöhten Qualität ihrer Produkte. Dadurch, dass alle Automatisierungsgeräte in einer Engineering-Umgebung programmiert und diagnostiziert werden, vermeiden sie die Mehrarbeit bei Projektierung und Inbetriebnahme, um die Schnittstellen und Software-Stände der Geräte zu synchronisieren. So reduzieren sich die Fehlerquellen bei der Projektrealisierung. Dabei wurde von unseren Kunden besonders der vereinfachte Austausch von Signalen zwischen den Editoren hervorgehoben. Natürlich arbeiten wir weiter an Verbesserungen. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Entwicklung von Applikationen für ihre Maschine oder nehmen Vorschläge für Erweiterungen am Automation Builder auf.

Speziell für einen Kunden? Oder übernehmen Sie diese Erweiterungen allgemein?

Christopher Hausmanns: Meistens läuft es so: Ein guter Kunde stellt eine Anforderung, wir evaluieren und priorisieren sie. Anschließend entwickeln wir, entsprechend der Priorität, eine geeignete Lösung.

Wenn Sie sagen, bestimmte Geräte werden integriert, so meinen Sie immer ABB-Geräte?

Christopher Hausmanns: Wir fokussieren uns auf ABB-Geräte. Zunächst möchten wir unser eigenes Portfolio im Automation Builder engineeren und in Betrieb setzen können.

Muss ich mich als Anwender komplett neu einarbeiten, wenn ich den Automation Builder bislang nicht verwendet habe?

Christopher Hausmanns: Nein, die gewohnten Oberflächen bleiben erhalten.

Sie sind dabei, den Automation Builder mit einer Eplan-Schnittstelle zu ergänzen. Wie fortgeschritten sind diese Pläne, wann soll die Schnittstelle kommen und was kann sie?

Christopher Hausmanns: Die Eplan-Schnittstelle ist ein Beispiel dafür, dass wir mit dem Automation Builder das Interesse haben, uns weiter in die Arbeitsabläufe unserer Kunden zu integrieren. Eplan ist ein elektrisches Planungs-Tool, mit dessen Hilfe wir für unsere Kunden Schaltschränke planen. Von Eplan beziehen wir Daten - beispielsweise, welche Hardware im Schrank montiert ist, an welcher Position sie sich befindet und welche Signale diese verbauten Module aus dem Produktionsprozess erhalten. Über die Schnittstelle spiegeln wir diese Daten in den Automation Builder, um sie für unsere Applikationen zu nutzen. Das Schöne an dem Interface ist seine Fähigkeit zum Roundtrip-Engineering. Hier können geänderte Daten zwischen Werkzeugen bidirektional ausgetauscht werden. Zudem haben wir bei jedem Datentransfer sogenannte Difference Views implementiert, die es unseren Kunden an beiden Seiten, auf Eplan- und Automation-Builder-Seite, erlauben, schnell zu erkennen, wo die Änderungen sind, und zu entscheiden, ob sie diese übernehmen wollen. Damit geben wir den Anwendern aussagekräftige Unterlagen an die Hand, die es ihnen ermöglichen, Unklarheiten zwischen Schaltschrankplanern und Automatisierern zu klären. Eplan haben wir als erstes Interface umgesetzt, da es bei vielen unserer europäischen Kunden im Einsatz ist. Generell sind wir aber für weitere Schnittstellen offen.

Verkürzen diese Schnittstellen nun die Inbetriebnahme oder das Engineering?

Christopher Hausmanns: Sie verkürzen beide Phasen: Engineering und Inbetriebnahme. Wie bereits erwähnt, ermöglichen wir einen flexibleren, leichteren und transparenteren Datenaustausch, indem wir unsere eigenen Tools in den Automation Builder integriert haben. Die gleiche Idee steht im Grunde auch hinter der Integration von Eplan. Einmal eingetragene Daten sollen überall im System verwendbar sein - und das konsistent. Sollten doch Inkonsistenzen auftreten, müssen diese möglichst gut sichtbar sein, damit der Ingenieur entscheiden kann, welche die korrekten Daten sind.

Wann soll der Automation Builder 1.1 denn kommen?

Christophr Hausmanns: Voraussichtlich im Herbst, zusammen mit der Eplan-Schnittstelle.

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