Lange Lebensdauer für Stromversorgungen

Auf der Embedded World präsentierte Bicker Elektronik eine neue Hutschienen-Netzteil-Serie und unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Was die Produkte können, berichtet Markus Bicker, Geschäftsführer des Unternehmens.

Welche Modelle umfasst Ihre neue Hutschienen-Netzteil-Serie BED?

Markus Bicker: Wir haben uns im ersten Schritt auf einphasige Hutschienen-Stromversorgungen konzentriert - in einem Leistungsbereich von 60 bis 480 Watt bei einer Ausgangsspannung von 24 Volt. Meiner Meinung nach ist das die gefragteste Gruppe der Hutschienen-Stromversorgungen.

Sind das Ihre ersten Hutschienen-Strom­versorgungen?

Markus Bicker: Ja. Bis dato hatten wir keine Stromversorgungen dieser Art im Programm. Unsere Kunden haben angefragt, ob wir ihnen nicht auch solche Geräte liefern würden. Und so haben wir uns in den vergangenen drei Jahren intensiv mit dem Markt und den verfügbaren Produkten beschäftigt. Wir haben für uns ein Produkt definiert, das in die gewünschte Kategorie passt. Daraufhin haben wir dann die Entwicklung zu diesen Netzteilen angestoßen.

Wo liegen die Vorteile für den Anwender?

Markus Bicker: Die neue BED-Serie ist auf eine möglichst hohe Lebensdauer ausgelegt. Denn wir gehen davon aus, dass Maschinenhersteller und Schaltanlagenbauer großen Wert auf Investitionssicherheit legen. Zudem bieten wir ein mechanisch robustes Produkt mit geringer Verlustleistung, das im Schaltschrank einen geringen Wärmeeintrag verursacht.

Wodurch haben Sie die hohe Lebensdauer erreicht?

Markus Bicker: Wir haben bei den BED-Netzteilen ausschließlich auf die Verwendung hochwertiger Komponenten Wert gelegt - vor allem im Bereich der Elektrolytkondensatoren. Hier nutzen wir ausschließlich japanische Markenprodukte mit hoher Temperaturfestigkeit beziehungsweise prognostizierter Lebensdauer. So konnten wir Ausfallwerte realisieren, die größer einer Million Stunden liegen.

Sind die Geräte für den Dauergebrauch ausgelegt?

Markus Bicker: Selbstverständlich. Die Geräte sind ja in Schaltanlagen integriert, die an sieben Tagen die Woche 24 Stunden in Betrieb sind.
Über welche Schutzfunktionen verfügen die Geräte?

Markus Bicker: Um heute ein modernes Produkt anbieten zu können, genügt es nicht mehr, nur den Kurzschluss-Schutz zu bedienen.

So haben wir auch einen Überlast- und einen Überspannungs-Schutz integriert, sodass angeschlossene Lasten nicht mit zu hoher Spannung versorgt werden. Auch der Übertemperaturschutz ist wichtig, denn trotz aller Vorkehrungen und einer robusten Auslegung passiert es, dass Netzteile zu heiß werden - sei es durch hohe Umgebungstemperaturen oder weil das Gerät verschmutzt ist. Mit dem Übertemperaturschutz geht das Gerät nicht kaputt, es schaltet einfach definiert ab.

Welche Funktion war bei der Entwicklung die größte Herausforderung?

Markus Bicker: Es war nicht explizit eine einzelne Funktion, die uns hier gefordert hat, sondern die Aufgabe, einerseits ein anspruchsvolles technisches Profil und andererseits einen attraktiven Preis unter einen Hut zu bringen. Denn in der Entwicklung ist man immer versucht, das eine oder andere Bauteil mehr zu verbauen. Doch wir haben zum Beispiel ganz bewusst auf einen Relais-Kontakt, der das Powerfail des Gerätes meldet, verzichtet. Unsere Kunden, die wir zu dem Thema befragt haben, gaben uns die Rückmeldung, dass diese Funktion im Einsatz vor Ort gar nicht interessiert.

Sie haben Ihre BED-Netzteile mit einem Schmutzschutz versehen. Was bedeutet das konkret und für welche Bereiche benötigt man diesen?

Markus Bicker: Wir überziehen die Elektronikbaugruppen der Netzgeräte mit einem Schutzlack. Dieser Schmutzschutz in Verbindung mit der Auslegung der Oberflächentemperaturen erlaubt es uns, diese Geräte auch für explosionsgefährdete Bereiche anzubieten. Der Schmutzeintrag kann völlig unterschiedlich sein: Ruß in öffentlichen Bereichen wie Tunnels oder Busbahnhöfe, Stäube in der Carbon-Faserverarbeitung oder ölige Dämpfe im Bereich der Fertigung.

Neben den Hutschienen-Netzteilen stellten Sie auf der Embedded World auch neueunterbrechungsfreie Stromversorgungen vor. Welche Funktionen weisen diese auf?

Markus Bicker: Das Besondere bei unserer UPSI-2403 ist, dass wir die USV-Hard- und Software aufeinander abgestimmt hier im Haus entwickelt haben. Zudem haben wir eine Batterie-Life-Time-Anzeige integriert. Denn folgende Problemstellung ist immer wieder an uns herangetragen worden: Eine USV mit einem Energiespeicher, so gut dieser auch sein mag, verschleißt, wenn er nicht überwacht oder regelmäßig erneuert wird. Tritt dann ein Netzausfall ein, ist das Gerät nicht bereit, die Versorgung zu übernehmen. Wir haben entschieden, dass eine Batterieüberwachung in Form einer Defektanzeige nicht genügt. Wir wollten weitergehen und dem Kunden eine Life-Time-Anzeige ähnlich einer Tankuhr an die Hand geben. So weiß er schon frühzeitig, bei welcher Maschine demnächst die Batterie getauscht werden muss.

Funktioniert die Life-Time-Analyse über die Zeit oder werden hierzu weitere Daten ausgewertet?

Markus Bicker: Die Life-Time-Anzeige orientiert sich am Datenblatt des verwendeten Energiespeichers. Die Anzahl der Lade- und Entladezyklen werden im Microcontroller aufgenommen, ebenso wie die entsprechenden Temperaturverläufe. Beide Faktoren zusammen ergeben ein Belastungsprofil für die Zelle, daraus wird dann ein Wert ermittelt, den wir dem Kunden über unsere Software an die Hand geben.

Ersetzt die neue UPSI-2403 dann ein bisheriges Produkt?

Markus Bicker: Sie wird über kurz oder lang sicherlich unsere aktuelle UPSI-2401 ersetzen. Wir haben dieses Mal auch keine RS232-Schnittstelle gewählt, sondern sind auf ein USB-Interface gegangen. Die neue UPSI-2403 ist zudem günstiger als die bisherige Lösung. Doch für uns ist es auch wichtig, unseren Kunden Kontinuität zu bieten. Deshalb werden wir die bisherigen Geräte, wenn sie der Kunde weiter nachfragt, auch weiter liefern. Nur werden wir sie im Katalog nicht mehr promoten.

Die neue BED-Serie und eine neue USV haben Sie nun auf den Markt gebracht. Womit werden Sie sich weiter beschäftigen?

Markus Bicker: Was die UPSI-2403 betrifft, so werden wir diese in verschiedenen Vari­ationen anbieten. Als nächstes ist eine sogenannte OpenFrame-Variante angedacht: Wir bieten die Leiterplatte der UPSI auf einem Kühlkörper montiert an. So hat unser Kunde die Möglichkeit, unabhängig von der Gehäusegeometrie des Gerätes eine eigene diskrete Lösung aufzubauen. Zudem werden wir eine temperaturtolerante Variante bauen, bei der wir sogenannte Zyklon-Zellen verwenden - für einen Temperaturbereich zwischen -30 und +70 °C.

Kontaktieren

Bicker Elektronik GmbH
Ludwig-Auer-Straße 23
86609 Donauwörth
Telefon: +49 906 70595 15
Telefax: +49 906 70595 55

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